7.3.2012

Drama um Prinz Friso aus den Niederlanden

Vor einigen Wochen ist Prinz Friso, einer der Söhne der niederländischen Königin, von einer Lawine verschüttet worden. Er war angeblich ca. 25 Minuten ohne Sauerstoffzufuhr und erlitt einen Herzstillstand von ca. 50 Minuten. Hierdurch sind nach Einschätzung erfahrener Ärzte schwerste Hirnschäden hervorgerufen worden, die ihm wohl nie mehr - einmal ein Aufwachen aus seinem derzeitigen Koma unterstellt - ein auch nur annähernd normales Leben möglich machen werden. Vieles soll dafür sprechen, dass er nie mehr aus seinem Koma erwachen wird.

In solchen Situationen stellt sich für Ärzte zunächst die Frage, ob sie überhaupt eine reelle Chance auf ein Weiterleben sehen. In den Niederlanden ist man in diesem Punkt recht rigide. Dort würde der Prinz wegen seines Alters nicht mehr die Versorgung bekommen, die er jetzt in England erhält. Wer ohne Beatmungsgeräte nicht mehr leben kann, wird in den Niederlanden nicht weiter behandelt. Dies ist sicher ein harter Standpunkt. In den Niederlanden ist aber sogar aktive Sterbehilfe erlaubt, was bei uns unddenkbar ist. Diese wäre aber bei Prinz Friso nicht anwendbar, weil sie nur bei Personen in Frage kommt, die bei vollem Bewußtsein ein für sie selber als unerträglich empfundenes Leiden beenden wollen. Ein Koma wird dabei nicht als unerträgliches Leiden angesehen

Davon zu unterscheiden ist aber das Abschalten von lebenserhaltenden Geräten, das entgegen einer weit verbreiteten Meinung auch in Deutschland nicht strafbar ist, wenn dies dem zumindest mutmaßlichen Willen des Betroffenen entspricht.

In Deutschland kann man durch eine schriftliche Patientenverfügung bestimmen, dass man in Fällen wie dem des Prinzen  nicht künstlich am Leben erhalten wird. Es bedarf dazu einer umfassenden fachlichen Beratung und einer entsprechend deutlichen Niederlegung dieses Willens. Unsere Berater haben auf diesem Gebiet eine große Erfahrung.

 



Erstellt von: Bernhard F. Klinger - Fachanwalt für Erbrecht, München

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