Testament
Weiterführende Informationen rund um das Thema Testament.

Wo wird ein notarielles Testament verwahrt?

Der Notar, der die Niederschrift über die Errichtung eines Testaments verfasst, hat zu veranlassen, dass das Testament unverzüglich in die besondere amtliche Verwahrung gebracht wird, § 34 Abs. 1 Beurkundungsgesetz. Die besondere amtliche Verwahrung erfolgt bundesweit bei den Amtsgerichten, außer in Baden-Württemberg, wo die besondere amtliche Verwahrung Sache des staatlichen Notariats ist.

Dies gilt grundsätzlich auch beim Abschluss eines Erbvertrages. Es sei denn, die Vertragsschließenden schließen die besondere amtliche Verwahrung ausdrücklich aus, § 34 Abs. 2 Beurkundungsgesetz. Wenn die Beteiligten eines Erbvertrages die besondere amtliche Verwahrung ausgeschlossen haben, so bleibt die Urkunde in der Verwahrung des Notars, § 34 Abs. 3 Beurkundungsgesetz.

Enthält die Urkunde neben Verfügungen von Todeswegen in der Form des Erbvertrages noch weitere, andere vertragliche Vereinbarungen so ist im Zweifel davon auszugehen, dass die Parteien die besondere amtliche Verwahrung nicht wünschen und die Urkunde in der Verwahrung des Notars verbleiben soll, § 34 Abs. 2 zweiter Halbsatz Beurkundungsgesetz. Diese Regelung findet besonders bei Erbverträgen die mit einem Ehevertrag in der selben Urkunde verbunden werden, Anwendung.



Wo ist ein eigenhändiges Testament am besten zu verwahren?

Für eigenhändige, privatschriftliche Testamente besteht eine Verpflichtung zu einer bestimmten Art der Verwahrung nicht. Je nachdem wie und wo der Erblasser das Testament verwahrt besteht die Gefahr, dass es im Erbfall nicht aufgefunden wird. Das Testament kann zu Lebzeiten des Erblassers beschädigt werden oder verloren gehen. Es kann im Erbfall aufgefunden, aber unterschlagen werden!

Tipp vom Fachanwalt für Erbrecht:

Aus diesen Gründen empfiehlt es sich auch ein eigenhändiges Testament in die besondere amtliche Verwahrung zu geben. Möglich ist dies, genauso wie beim notariellen Testament, bei jedem Amtsgericht, in Baden-Württemberg bei den staatlichen Notariaten.

Die Kosten der amtlichen Verwahrung sind hierbei überschaubar. Für die amtliche Verwahrung des eigenhändigen Testamentes fallen grundsätzlich Kosten in Höhe einer Viertelgebühr aus dem um die Schulden reduzierten Wert des Gesamtvermögens oder wenn die Verfügung nur einen Teil des Vermögens betrifft, des entsprechenden Teils an, § 101, 103, 46 Abs. 4 Kostenordnung. Grundlage für den Wert des Nachlasses über den testiert wurde ist hierbei ausschließlich die Angabe des Erblassers. Gibt der Erblasser zum Beispiel sein Vermögen mit 200.000 € an, fallen an Gerichtskosten für die amtliche Verwahrung einmal 99,25 € an.



Kann ich mein Testament beim zentralen Testamentsregister in Verwahrung geben?

Seit dem 01.01.2012 führt die Bundesnotarkammer in Berlin das zentrale Testamentsregister. Weder öffentliche noch eigenhändige Testamente können dort in Verwahrung gegeben werden. In dem Register werden lediglich die Angaben zur Person des Erblassers, zum Verwahrort und zur Testamentsurkunde erfasst. Der Inhalt der letztwilligen Verfügung wird nicht in das Register aufgenommen.

Bei jedem Sterbefall prüft die Bundesnotarkammer das Register bezüglich registrierter Testamente und Erbverträge. Liegen entsprechende Angaben vor, wird sowohl das zuständige Nachlassgericht als auch die Verwahrstelle sofort elektronisch informiert.



Was geschieht, wenn ein Testament unauffindbar ist?

Im Prozess oder im Erbscheinverfahren muss derjenige, der sich auf die Gültigkeit des Testaments beruft beweisen, dass dieses formwirksam errichtet wurde und welchen Inhalt das Testament hat. Ist ein Testament unauffindbar, so gibt es keine gesetzliche Vermutung dafür, dass es vom Erblasser in Widerrufsabsicht vernichtet worden ist. Das heißt, dass eine verschwundene Letztwillige Verfügung von Todeswegen grundsätzlich mit allen zulässigen Beweismitteln dargelegt werden kann. Gelingt dies, so trägt derjenige, der die Aufhebung des Testamentes behauptet wiederum hierfür die Beweislast.



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