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Testament
Weiterführende Informationen rund um das Thema Testament.

Das Testament

„Letzter Wille“, „letztwillige Verfügung“, „Verfügung von Todes wegen“ – all das mag in den Ohren heutiger Zeitgenossen veraltet, verstaubt und verstorben klingen, doch das „Testament“ ist auch im 21. Jahrhundert ein enorm wichtiges Dokument mit klaren rechtlichen Konsequenzen.

Mit einem Testament bestimmt man zu Lebzeiten,wer Erbe wird, welche  Vermögenswerte aus Anlass des eigenen Todes auf welche Personen oder Instituionen übergehen. Eine andere Form der letztwilligen Verfügung ist der Erbvertrag.

Die Erklärung kann durch Beurkundung bei einem Notar mit Hinterlegung, aber auch privat in Form eines eigenhändig geschriebenen und unterschriebenen Testaments erfolgen, das auch Ort und Zeit der Abfassung des Testaments enthalten sollte.

Durch ein Testament verfügt der Erblasser, dass Pflichten und Rechten auf bestimmte Personen übergehen sollen. Dabei kann der Erblasser Bestimmungen hinsichtlich Erbeinsetzung, Enterbung, Pflichtteilsentziehung, Beschränkung des Pflichtteils, Aussetzung eines Vermächtnisses, Auflagen, Teilungsanordnungen und bezüglich einer Anordnung der Testamentsvollstreckung festlegen.

 

Gemeinschaftliches Testament

Eine Sonderform des Testaments ist das gemeinschaftliche Testament, in dem sich Eheleute gegenseitig begünstigen und gemeinsame Nachlassverfügungen festlegen, die dann aber auch nicht ohne Weiteres einseitig wieder zurückgenommen werden können. Die bekannteste Variante ist das Berliner Testament.

Die Erstellung eines Testaments setzt Testierfähigkeit voraus.

Weiterführende Informationen zum Gemeinschaftlichen Testament

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Testament und Erbvertrag?

Alle Bürgerinnen und Bürger haben das Recht, zu Lebzeiten nach eigenen Vorstellungen und Vorlieben zu bestimmen, welche Personen oder auch Organisationen eines Tages ihren Nachlass erben sollen. Dieses Recht wird auch als „Testierfreiheit“ bezeichnet. Wer seinen letzten Willen niederlegen will, hat die Wahl zwischen folgenden Möglichkeiten: handschriftliches oder notarielles Testament gemeinschaftliches Ehegattentestament Erbvertrag Die Testamentserrichtung ist ein höchst persönliches Rechtsgeschäft. Die Vertretung durch Dritte scheidet aus. Es ist also nicht möglich, stellvertretend für einen anderen Menschen zu testieren

Informationen zum Erbvertrag

 

Vor- & Nacherbschaft

Bei der Anordnung einer Vor- und Nacherbschaft ist besondere Vorsicht geboten. Zum einen ist die Reglementierung sehr hoch, zum anderen ist in der Praxis festzustellen, dass weder  Vorerbe noch Nacherbe die jeweiligen Pflichten aus ihrer Stellung kennen. Streit ist häufig vorprogrammiert.

Näheres zur Vor- und Nacherbschaft


 

Die Formalien einer Verfügung von Todes wegen

Welche Form soll eine Verfügung von Todes wegen haben? Muss ich für ein Testament zum Notar? 

Viele Menschen wählen zu Recht die einfache, traditionelle Form des Testaments. Sie schreiben mit der Hand auf ein Blatt Papier „Testament“ oder „Mein letzter Wille“, geben sodann - in mehr oder weniger leserlicher Schrift - bekannt, wer was bekommen soll, notieren Ort und Datum und setzen die Unterschrift unter dieses Dokument. Fertig ist das Testament. Dabei ist aber einiges zu beachten...

Weiteres zur Form einer Verfügung Todes wegen

 

Aufbewahrung & Verwahrung 

Wenn ein Testament errichtet wird, stellt sich im Anschluss die Frage, wo und wie es aufbewahrt werden soll. Viele Testamente verschwinden nach dem Tod des Erblassers, werden nicht gefunden oder beim Nachlassgericht nicht abgegeben, auch wenn dies strafbar ist.

Mehr zur Aufbewahrung & Verwahrung eines Testaments



 

Widerruf, Anfechtung und Rücktritt bei einer Verfügung von Todeswegen

Welche Möglichkeiten zum Widerruf, einer Anfechtung oder einem Rücktritt sind geboten?




Wissenwertes zum Testament




➤ Wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein Testament zu verfassen?

Der „letzte Wille“ ist nicht nur ein Thema, das Rentner und Pensionäre beschäftigen sollte. Schon für junge Leute ab etwa 30 Jahren kann es enorm wichtig sein, rein vorsorglich in den persönlichen Unterlagen ein Testament aufzubewahren. Dies gilt vor allem für Menschen, die nicht verheiratet sind, mit einem festen Partner zusammenleben und beruflich oder privat immer wieder erhöhten Risiken (gefährliche Reisen, Arbeiten und Hobbies) ausgesetzt sind.

So manche Menschen glauben, dass sie sich mit ihrem Testament bis zum Sankt-Nimmerleinstag Zeit lassen können. Ihre Haltung: „Ich will mich nicht mit dem Sterben und dem Tod beschäftigen.“ Oft meinen auch über 70-jährige Senioren, es genüge, auf dem Sterbebett einige Wünsche auf ein Stück Papier zu schreiben. Diese Vorstellung von einem alten Patienten, der noch schnell ein paar Wertgegenstände unter den Verwandten verteilt und sein Gewissen mit kleineren Wohltätigkeiten entlastet, passt nicht mehr in die heutige Zeit.

Viele Menschen sterben heute nach einem langen Leben im Krankenhaus, in einem Zustand, in dem sie aufgrund eines angegriffenen Gesundheitszustandes nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind. Auf der Intensivstation, im Koma, unter dem Einfluss von Beruhigungs- und Schmerzmitteln sowie bei fortgeschrittener Demenz ist es so gut wie unmöglich, ein durchdachtes, ausgewogenes und juristisch unangreifbares Testament zu Papier zu bringen.

➤ Warum sollten unverheiratete Partner vorsorglich ein Mini-Testament schreiben?

Wenn ein unverheirateter Partner ohne eigene Kinder bei einem Unfall oder aufgrund einer versteckten Krankheit plötzlich ums Leben kommt, erben in der Regel seine Eltern, Geschwister oder entferntere Verwandte. Die unverheiratete Partnerin erhält von dem Vermögen nichts, buchstäblich keinen Cent. Dies ist meist nicht gewollt. Ein per Hand geschriebenes, in den persönlichen Unterlagen aufbewahrtes vorsorgliches Mini-Testament kostet nichts und bewirkt viel: „Testament - Mein Erbe ist meine Partnerin X. Y.“ Mit Unterschrift ist das ein rechtsgültiger „letzter Wille“, der in 99 Prozent der Fälle viele Jahre o der Jahrzehnte nicht benötigt wird und jederzeit vernichtet, verworfen und verbessert werden kann. Meist erbt zwar auch bei Existenz eines solchen Mini-Testaments nicht der überlebende Partner allein, aber seine wirtschaftliche Situation stellt sich nach dem Todesfall deutlich besser dar als ohne Testament.

➤ Wer erbt, wenn ein unverheirateter Partner Kinder hat?

Heute leben viele Menschen unverheiratet wie Ehepaare zusammen und ziehen gemeinsam als Eltern ihre Kinder auf. Soweit so gut, lassen wir mal beiseite, dass diese Quasi-Ehepartner möglicherweise Jahr für Jahr auf hohe steuerliche Vorteile verzichten. Wer erbt, wenn ein Partner verstirbt? Ausschließlich die Kinder! Der andere Partner bekommt nach der gesetzlichen Erbfolge aus dem Nachlass überhaupt nichts, nur eine schwarze Null, einen Beweis für Undank, Gleichgültigkeit und Gedankenlosigkeit. Der Gesetzgeber ist da deutlich großzügiger gegenüber der Witwe oder dem Witwer. Der länger lebende Ehepartner erhält in den meisten Fällen

 

  • die Hälfte oder ein Viertel des Nachlasses

  • den fiktiven Zugewinnausgleich (ein Viertel des Nachlasses)

  • den Voraus (Hausrat, Auto)

  • eventuell weitere Vergünstigungen (zum Beispiel bei Übertragung steuerbegünstigter Kunstsammlungen)

  • die große oder kleine Witwenrente

  • 60 Prozent der Altersrente des verstorbenen Ehepartners (im Alter, sofern die Witwe oder der Witwer nicht wieder heiratet)

Unverheiratete Partner können sich nie und nimmer diese zahlreichen finanziellen Vorteile verschaffen, es sei denn, sie begeben sich freiwillig zum Standesamt und beenden die „wilde Ehe“. Falls diese Lösung ausscheidet, kommt nur noch ein Testament in Frage, mit dem der Partner oder die Partnerin als Erbe oder Erbin neben den Kindern eingesetzt wird. Das ist besser als nichts, aber steuerlich ungünstig. Der Steuerfreibetrag für fremde Personen, also auch unverheiratete Partner, beträgt nur 20.000 Euro (für Ehepartner dagegen 500.000 Euro, in der Praxis zahlen Ehepartner erst ab einer Erbschaft von mehr als einer Million Euro Erbschaftsteuer).

➤ Weshalb Unternehmer ein Testament benötigen

Außerordentlich wichtig ist ein Testament für alle Menschen, die als Unternehmer für andere Menschen und für ihre Firma Verantwortung tragen. Ein führungsloses Unternehmen gerät schnell in Handlungsunfähigkeit und finanzielle Schieflage. Per Testament muss heute jeder Unternehmer dafür sorgen, dass die eigene Firma auch nach dem eigenen Tod handlungsfähig bleibt. Das fordert nicht nur der gesunde Menschenverstand. Auch Banken, die Kredite ausreichen, verlangen heute vorsorgliche Regelungen für jeden Ernstfall. 

➤ Wann brauchen kinderlose Ehepartner ein Testament?

Wenn ein Ehepaar keine Kinder hat, erbt in vielen Fällen nicht nur der überlebende Partner. Meist erhalten auch Eltern oder – nach deren Tod – Geschwister des Verstorbenen einen Teil des Nachlasses. Ehepaare, die dies ausschließen wollen, sind gut beraten, ein gemeinschaftliches Testament oder zwei Einzeltestamente zu Papier zu bringen.

Wie Eltern sich wechselseitig als Erben einsetzen können

Die meisten Ehepartner wollen ihr Vermögen im ersten Schritt dem anderen Partner vererben und ihm die Möglichkeit eröffnen, auch als Witwe oder Witwer ohne materielle Not zu leben. Erst dann, wenn auch der zweite Ehepartner verstorben ist, sollen die Kinder erben. Dieser Wunsch ist weit verbreitet und nur per Testament umzusetzen.

➤ Alleinlebende Personen und ihr Testament

Wie allein lebende Menschen ihren „letzten Willen“ durchsetzen

Immer mehr Menschen schlagen sich als „Singles“ durch das Leben. Wenn ein allein lebender Mensch kein Testament schreibt, erben die „nächsten Verwandten“. Das können kaum bekannte, weit entfernt lebende Personen sein, die sich nie um die „Erbtante“ oder den „Erbonkel“ gekümmert haben. Manchmal handelt es sich um Menschen, die schon mit materiellen Gütern gesegnet sind und daher auf Finanzspritzen nicht angewiesen sind. Als Erben kommen stattdessen andere Personen in Frage, zum Beispiel enge Freundinnen und Freunde – ohne Testament ist das nicht zu machen.Wer als Single mit dem eigenen Vermögen vorausschauend für die Zukunft Gutes bewirken will, sollte dies ebenfalls in einem Testament festlegen. Die Möglichkeiten, für Kinder und Jugendliche, für arme und alte Menschen, für Künstler und Wissenschaftler, für die Kirche oder für die Kunst etwas zu tun, sind unbegrenzt.

➤ Warum auch bei wenig Vermögen ein Testament wichtig sein kann

Auch für Menschen, die mangels Masse kein Vermögen weiterreichen können, kann es sich lohnen, einen „letzten Willen“ niederzulegen. Wer dafür sorgen möchte, dass das eigene Lebenswerk nicht zerstört wird, dass persönliche Unterlagen vernichtet oder von einem Archiv aufbewahrt werden, dass Freunde und Bekannte Erinnerungsstücke erhalten … wer dies erreichen will, ist gut beraten, sich rechtzeitig um das Testament zu kümmern. 

 

➤ Wer braucht wirklich kein Testament?

Die gesetzliche Erbfolge entspricht haargenau dem „letzten Willen“

Für den Fall, dass ein Mensch verstirbt, der kein Testament zu Papier gebracht hat, kommt es zur „gesetzlichen Erbfolge“. Es handelt sich dabei um ein Regelwerk im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB, das für jede mögliche Konstellation von Verwandten und Ehepartnern festlegt, wer vom Nachlass des Verstorbenen einen prozentualen Anteil erhält. Immer dann, wenn die „gesetzliche Erbfolge“ exakt dem „letzten Willen“ eines Menschen entspricht, ist ein Testament entbehrlich. Wissen Sie, wer Sie beerbt, wenn Sie kein Testament machen?

Die Einstellung „Nach mir die Sintflut“

Der Tod ist ein Tabu. Viele Bürgerinnen und Bürger hängen am Leben im Diesseits und wollen sich explizit nicht mit dem Sterben, dem eigenen Todesfall und der späteren Situation der Hinterbliebenen auseinandersetzen. „Nach mir die Sintflut“ sagen diese Leute. Es ist ihnen schlicht und einfach egal, was nach ihrem Ableben passiert. Wer so denkt, braucht wirklich keinen Gedanken an ein Testament zu verschwenden. Jeder Bürger hat das Recht, aber nicht die Pflicht, ein Testament zu schreiben.

Mangels Masse ist am Ende des Lebens nichts zu vererben.

Viele Menschen besitzen zum Zeitpunkt ihres Todes nur sehr wenig: einige abgewohnte Möbel, ein paar persönliche Habseligkeiten wie ein Fotoalbum und abgewetzte Kleidungsstücke und sonst nichts, nicht einmal Erben, die auf diese Gegenstände Wert legen würden oder bereit wären, die Beerdigung zu bezahlen. Wer in dieser Situation zu dem Schluss kommt, dass ein Testament keinen Sinn macht, kann darauf verzichten. Aber Vorsicht! Vielleicht ist das zu kurz gedacht! Wer den Nachkommen noch etwas mitzuteilen hat, sei es eine Moralpredigt oder eine Sammlung von Lebensweisheiten oder eine Begründung für die kalte Enterbung per Vernichtung sämtlicher materieller und finanzieller Werte, kann das per Testament wirkungsvoll in Szene setzen.

➤ Welche Form soll eine Verfüngung des Todes wegen haben?

Muss das eigenhändige Testament wirklich handgeschrieben sein?

Das in § 2247 BGB geregelte eigenhändige Testament setzt in dessen Abs. 1 eine eigenhändig geschriebene Erklärung voraus. Der Erblasser unterliegt der Vorgabe, sein Testament persönlich errichten zu müssen. Er kann sich dazu nicht eines Stellvertreters bedienen, § 2064 BGB. Bei der Errichtung des Testamentes muss er sich dessen rechtsverbindlicher Wirkung bewusst sein, zumindest aber in dem Bewusstsein handeln, dass das von ihm gefertigte Schriftstück als Testament angesehen werden könnte. Auch der Testierwille des Erblassers muss aus der Niederschrift zu entnehmen sein. Dies kann zum Beispiel problematisch sein, wenn die äußere Form der Niederschrift in Form eines Briefes erfolgte. Dann ist zu klären, ob es sich bei dem Schriftstück nicht nur um eine unverbindliche, Informationszwecken dienende Mitteilung handelt. Hintergrundwissen des Fachanwalts für Erbrecht: Das OLG München befand, die auf einem Notizzettel eigenhändig geschriebene und unterschriebene Aufforderung, „anliegende“ Unterlagen dem Notar zu geben, „damit der Erbschein für Dich ausgestellt werden kann“, stelle mangels hinreichend sicher feststellbaren Testierwillens keine formwirksame letztwillige Verfügung dar.

Ist eine Unterschrift erforderlich?

Nach § 2247 Abs. 1 BGB muss der Erblasser seine eigenhändig geschriebene Erklärung auch unterschreiben.
Die Unterschrift soll nach § 2247 Abs. 3 Satz 1 BGB sowohl Vor- als auch Familiennamen des Erblassers umfassen. Folgt der Erblasser diesen nicht zwingenden Vorgaben nicht, muss sich seine Urheberschaft aber aus der von ihm gewählten Unterzeichnungsart ergeben.
Die Unterschrift muss, ihrem Wortlaut entsprechend, unter den Testamentstext gesetzt werden, um diesen auch räumlich abzudecken.


Auch wenn zum ursprünglichen Testamentstext weitere Zusätze hinzugefügt werden, muss das Testament am Ende durch eine die gesamte Erklärung umfassende Unterschrift abgeschlossen werden. Zusätze unter der ursprünglichen Unterschrift sind erneut zu unterzeichnen. Dies gilt ebenso für Zusätze auf einem gesonderten Blatt.


Sind Zeit- und Ortsangabe notwendig?

§ 2247 Abs. 2 BGB gibt darüber hinaus den Hinweis, dass auch das Datum des Errichtungstages sowie die Ortsangabe zur Bestimmung des Errichtungsortes hinzugefügt werden sollen. Ein Fehlen dieser Angaben macht die letztwillige Verfügung aber nicht unwirksam. Dennoch kann das Testament, wenn Zweifel über seine Gültigkeit aufkommen, nach § 2247 Abs. 5 BGB nur dann als gültig angesehen werden, wenn sich die notwendigen Feststellungen über die Zeit und den Ort der Errichtung anderweitig treffen lassen.


Hinweis des Fachanwalts für Erbrecht:
Auch im Hinblick auf die Frage, ob unter Umständen internationales Recht zur Anwendung kommt, ist die Ortsangabe von Bedeutung.


Wie erfolgt eine Feststellung der Echtheit eines Testamentes?

Die eigenhändige Niederschrift soll ausreichenden Schutz dafür bieten, den Nachweis erbringen zu können, von wem das Testament errichtet wurde. Deshalb kann der Erblasser das Verfassen des Testamentes keiner dritten Person überlassen und sich auch nicht des Computers oder der Schreibmaschine bedienen.
Zudem dient die Unterschrift des Testators als Individualisierungsmerkmal, das zum Nachweis der Echtheit herangezogen werden kann.

 

➤ Muss ich für ein Testament zum Notar?

Viele Menschen wählen zu Recht die einfache, traditionelle Form des Testaments. Sie schreiben mit der Hand auf ein Blatt Papier „Testament“ oder „Mein letzter Wille“, geben sodann - in mehr oder weniger leserlicher Schrift - bekannt, wer was bekommen soll, notieren Ort und Datum und setzen die Unterschrift unter dieses Dokument. Fertig ist das Testament. 


Dabei ist aber einiges zu beachten. Um rechtsgültig zu sein, muss das Testament erstens von Anfang bis zum Ende handschriftlich verfasst und zum zweiten unterschrieben sein. Die Angabe von Ort und Datum ist nicht notwendig, aber sehr sinnvoll. Wenn eine Person über die Jahre mehrere widersprüchliche Testamente verfasst, ohne das Datum anzugeben, kann später der letzte Wille“ - also das zuletzt verfasste Testament - nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden. Streitigkeiten - auch vor Gericht - sind die Folge.

Warum gehen so viele Menschen dennoch zum Notar?

Die Errichtung eines notariellen Testaments läuft meist dergestalt ab: Der Notar fertigt von dem mündlich vorgetragenen letzten Willen eine Niederschrift an und liest sie dem Testierenden vor. Wenn keine Änderungen mehr gewünscht werden, unterschreiben beide, der Erblasser und der Notar. Das beurkundete Testament wird dem Erblasser in Abschrift zugesandt und das Original im Notariat verwahrt oder von ihm beim Nachlassgericht hinterlegt.


Ebenfalls möglich ist es, dem Notar ein Dokument in einem offenen oder verschlossenen Umschlag zu übergeben und zu erklären, es handele sich um den letzten Willen. Das Dokument muss nicht handschriftlich geschrieben sein. Der Notar beurkundet sodann das Testament, indem er es zum Teil einer Urkunde macht und damit dieses notarielle Testament Rechtsgültigkeit erhält.

➤ Wo wird ein notarielles Testament verwahrt?

Der Notar, der die Niederschrift über die Errichtung eines Testaments verfasst, hat zu veranlassen, dass das Testament unverzüglich in die besondere amtliche Verwahrung gebracht wird, § 34 Abs. 1 Beurkundungsgesetz. Die besondere amtliche Verwahrung erfolgt bundesweit bei den Amtsgerichten, außer in Baden-Württemberg, wo die besondere amtliche Verwahrung Sache des staatlichen Notariats ist.

Dies gilt grundsätzlich auch beim Abschluss eines Erbvertrages. Es sei denn, die Vertragsschließenden schließen die besondere amtliche Verwahrung ausdrücklich aus, § 34 Abs. 2 Beurkundungsgesetz. Wenn die Beteiligten eines Erbvertrages die besondere amtliche Verwahrung ausgeschlossen haben, so bleibt die Urkunde in der Verwahrung des Notars, § 34 Abs. 3 Beurkundungsgesetz.

Enthält die Urkunde neben Verfügungen von Todeswegen in der Form des Erbvertrages noch weitere, andere vertragliche Vereinbarungen so ist im Zweifel davon auszugehen, dass die Parteien die besondere amtliche Verwahrung nicht wünschen und die Urkunde in der Verwahrung des Notars verbleiben soll, § 34 Abs. 2 zweiter Halbsatz Beurkundungsgesetz. Diese Regelung findet besonders bei Erbverträgen die mit einem Ehevertrag in der selben Urkunde verbunden werden, Anwendung.

 

Wo ist ein eigenhändiges Testament am besten zu verwahren?

Für eigenhändige, privatschriftliche Testamente besteht eine Verpflichtung zu einer bestimmten Art der Verwahrung nicht. Je nachdem wie und wo der Erblasser das Testament verwahrt besteht die Gefahr, dass es im Erbfall nicht aufgefunden wird. Das Testament kann zu Lebzeiten des Erblassers beschädigt werden oder verloren gehen. Es kann im Erbfall aufgefunden, aber unterschlagen werden!

Tipp vom Fachanwalt für Erbrecht:

Aus diesen Gründen empfiehlt es sich auch ein eigenhändiges Testament in die besondere amtliche Verwahrung zu geben. Möglich ist dies, genauso wie beim notariellen Testament, bei jedem Amtsgericht, in Baden-Württemberg bei den staatlichen Notariaten.

Die Kosten der amtlichen Verwahrung sind hierbei überschaubar. Für die amtliche Verwahrung des eigenhändigen Testamentes fallen grundsätzlich Kosten in Höhe einer Viertelgebühr aus dem um die Schulden reduzierten Wert des Gesamtvermögens oder wenn die Verfügung nur einen Teil des Vermögens betrifft, des entsprechenden Teils an, § 101, 103, 46 Abs. 4 Kostenordnung. Grundlage für den Wert des Nachlasses über den testiert wurde ist hierbei ausschließlich die Angabe des Erblassers. Gibt der Erblasser zum Beispiel sein Vermögen mit 200.000 € an, fallen an Gerichtskosten für die amtliche Verwahrung einmal 99,25 € an.

Kann ich mein Testament beim zentralen Testamentsregister in Verwahrung geben?

Seit dem 01.01.2012 führt die Bundesnotarkammer in Berlin das zentrale Testamentsregister. Weder öffentliche noch eigenhändige Testamente können dort in Verwahrung gegeben werden. In dem Register werden lediglich die Angaben zur Person des Erblassers, zum Verwahrort und zur Testamentsurkunde erfasst. Der Inhalt der letztwilligen Verfügung wird nicht in das Register aufgenommen.

Bei jedem Sterbefall prüft die Bundesnotarkammer das Register bezüglich registrierter Testamente und Erbverträge. Liegen entsprechende Angaben vor, wird sowohl das zuständige Nachlassgericht als auch die Verwahrstelle sofort elektronisch informiert.

Was geschieht, wenn ein Testament unauffindbar ist?

Im Prozess oder im Erbscheinverfahren muss derjenige, der sich auf die Gültigkeit des Testaments beruft beweisen, dass dieses formwirksam errichtet wurde und welchen Inhalt das Testament hat. Ist ein Testament unauffindbar, so gibt es keine gesetzliche Vermutung dafür, dass es vom Erblasser in Widerrufsabsicht vernichtet worden ist. Das heißt, dass eine verschwundene Letztwillige Verfügung von Todeswegen grundsätzlich mit allen zulässigen Beweismitteln dargelegt werden kann. Gelingt dies, so trägt derjenige, der die Aufhebung des Testamentes behauptet wiederum hierfür die Beweislast.

 


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