Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung
Weiterführende Informationen rund um das Thema Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Die Vorsorgevollmacht & Patientenverfügung

Mitteilung an behandelnde Ärzte

Mit einer Patientenverfügung wenden Sie sich an Ihnen noch unbekannte Ärzte, die Sie in einer unsicheren Zukunft – oft erst viele Jahre später –behandeln werden. Für den Fall, dass Sie nicht mehr sagen können, wie Sie behandelt werden wollen, richtet sich der Arzt nach der Patientenverfügung und den hier geäußerten Wünschen. Sie schreiben Ihre Patientenverfügung immer nur für den Fall, dass Sie für kurze oder längere Zeit ihren Willen weder im Gespräch noch durch ein Handzeichen oder durch Augenzwinkern mitteilen können. Häufig ist eine Patientenverfügung nach einem sehr schweren Unfall, einer sehr schweren Erkrankung, bei einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung sowie bei erloschener Gehirntätigkeit („Wachkoma“) zu beachten.



Ihre Behandlungswünsche

Ihre Wünsche können von ganz einfachen persönlichen Überzeugungen bis zu Vorgaben für das Endstadium einer schweren Krebserkrankung reichen. Sie können den Ärzten sagen, dass Sie ein bestimmtes Medikament nicht vertragen, dass Sie bei der Behandlung von Diabetes mit einer bestimmten Insulinart und –dosis versorgt werden wollen oder dass sie auf Naturheilmittel großen Wert legen. Fragen Sie Ihren Haus- oder Facharzt, wenn Sie wissen wollen, wie Sie einen Wunsch klipp und klar für die Ärzte formulieren sollten!



Aktive Sterbehilfe ist kein zulässiger Wunsch

Wenn Sie in Ihrer Patientenverfügung aktive Sterbehilfe (zum Beispiel mit Zyankali oder einer anderen giftigen Substanz) fordern, darf der Arzt Ihrem Wunsch nicht entsprechen. Tötung auf Verlangen ist strafbar. Kein Arzt begibt sich freiwillig in die Grauzone zwischen Leben und Tod, selbst wenn er weiß, dass Sie unheilbar erkrankt sind und schwer leiden müssen. Er wird immer nur versuchen, Ihr Leiden zu lindern, Sie aber niemals ins Jenseits befördern.



Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen

Etwas ganz anderes als aktive Sterbehilfe ist der Ausschluss oder Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen. Es ist mit geltendem Recht absolut vereinbar, wenn Sie den Wunsch in Ihre Patientenverfügung schreiben, dass Sie keine Narkose, keine künstliche Beatmung, keine künstliche Ernährung per Magensonde, keine Dialyse und keine Bluttransfusion wünschen. Bitte beachten Sie aber, dass nach schweren Unfällen und Verletzungen die Intensivmedizin kurzfristig von großer Bedeutung für Ihr Überleben und Ihre Genesung sein kann. Eine Beatmung oder eine Bluttransfusion kann Ihr Leben retten. Es steht Ihnen frei, solche Maßnahmen kategorisch auszuschließen und einen frühen Tod in Kauf zu nehmen.



Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Heute ist es gerade im Zusammenhang mit dem oft erwünschten Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen sehr wichtig, dass Sie nicht nur eine Patientenverfügung schreiben, sondern auch eine Person bevollmächtigen, Ihren Willen durchzusetzen. Mit einer Vorsorgevollmacht geben Sie einer Person Ihres Vertrauens die Möglichkeit, Ihre in der Patientenverfügung und in anderen Dokumenten niedergelegten Behandlungswünsche zu realisieren.



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