Was kann ich dagegen tun?

Zur wirtschaftlichen Absicherung eines Lebensgefährten ist entweder ein Testament oder ein Erbvertrag notwendig. Die beiden Lebensgefährten können aber kein gemeinschaftliches Testament und damit auch kein so genanntes „Berliner Testament“ errichten. Größtmögliche Absicherung bietet die Einsetzung des Lebensgefährten als Alleinerbe. Wenn jedoch ein Lebensgefährte (noch) verheiratet ist und keinen Scheidungsantrag gestellt hat, kann die (Noch-)Ehefrau den Pflichtteil einfordern. Auch die eigenen Kinder sind pflichtteilsberechtigt. Ein Lebensgefährte, der als Alleinerbe eingesetzt wurde, kommt deshalb noch keineswegs ganz allein in den Genuss des Vermögens, das der Verstorbene hinterlässt. Pflichtteilsschulden sind sofort mit dem Erbfall fällig. So können die gesetzlichen Erben bis zu 50% des Nachlasses in Bargeld fordern. Häufig wird übersehen, dass auch die Eltern eines kinderlosen Lebensgefährten pflichtteilsberechtigt sind und Ansprüche bis zur Hälfte des Vermögens erheben können.

Beispiel:
Eine Lebensgefährtin erbt als Alleinerbin von ihrem verstorbenen Freund ein Haus im Wert von 500.000 € und 5.000 € Bargeld. Der Lebensgefährte war noch verheiratet und hatte keinen Scheidungsantrag gestellt. Nun machen die Ehefrau und die vier Kinder ihren Pflichtteilsanspruch geltend. Das bedeutet, dass die Lebenspartnerin von 505.000 € Vermögen von einem Tag auf den anderen Pflichtteilsschulden bezahlen muss. Die Ehefrau bekommt 1/8 (63.125,00 €) und den Zugewinnausgleich. Die vier Kinder bekommen jeweils 3/32 des Nachlasswertes. Davon wird aber noch zuvor der Zugewinnausgleich der Ehefrau abgezogen.

Aber selbst ein rechtzeitig gestellter Scheidungsantrag würde der Lebensgefährtin keinen Vorteil bringen. Der Pflichtteilsanspruch der Kinder erhöht sich nämlich, wenn die Voraussetzungen für eine Scheidung der Ehe vorlagen. Die vier Kinder würden dann nämlich jeweils 1/8, also insgesamt 50% des Nachlasses, als Pflichtteil geltend machen können. Eine Pflichtteilshaftung könnte jedoch vermieden werden, wenn Söhne und Töchter notariell auf den Pflichtteil - freiwillig oder gegen Zahlung einer Abfindung – verzichten. 


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