Was sind die Erbschaftsteuervorteile in der Ehe - eingetragenen Lebenspartnerschaft?

Wenn die Ehepartner / eingetragenen Lebenspartner in Zugewinngemeinschaft leben (also nicht durch Ehevertrag einen anderen Güterstand vereinbart haben), fällt im Fall der Scheidung ein erzielter Zugewinn schenkungssteuerfrei dem anderen Partner zu. Ein etwaiger Zugewinn fällt auch im Erbfall dem Ehepartner / eingetragenen Lebenspartner erbschaftsteuerfrei zu. Unter steuerlichen Gesichtspunkten ist die Zugewinngemeinschaft also sehr vorteilhaft.

Beispiel:
Die Ehefrau besitzt bei Eheschließung ein Wertpapierdepot in Höhe von 400.000 €. Der Ehemann hat kein Vermögen. 15 Jahre später wird die Ehe geschieden; das Wertpapierdepot hat zwischenzeitlich einen Wert von 1 Mio. €. Die Ehefrau hat damit einen Zugewinn von 1 Mio. /. 400.000 = 600.000 € erzielt, der nach § 1378 BGB zu teilen ist. Der geschiedene Ehegatte bekommt von seiner Frau also 300.000 € als Zugewinn - und zwar steuerfrei nach § 5 Abs. 2 ErbStG.
Endet im Beispielsfall die Ehe durch den Tod der Ehefrau und hat sie den Ehemann testamentarisch als Alleinerben eingesetzt, gehört dem Ehemann das Depotkonto im Werte von 1 Mio. €. Zu versteuern braucht er aber nicht 1 Mio. € abzüglich seiner Freibeträge, sondern nur 700.000 € abzüglich seiner Freibeträge. Der Zugewinn von 300.000 € ist absolut steuerfrei. Der Grund ist § 5 Abs. 1 ErbStG. Im Falle der Scheidung hätte der Ehemann 300.000 € steuerfrei bekommen. Durch den Tod des Ehegatten soll er steuerlich nicht schlechter gestellt sein. Insoweit spricht man vom fiktiven Zugewinnausgleich.


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