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Motivirrtum

Unter einem Motivirrtum versteht man einen Irrtum über den Beweggrund. Ein solcher Irrtum ist normalerweise unbeachtlich. Etwas anderes gilt teilweise im Erbrecht.  Wenn ein Erblasser ein Testament verfasst hat, an dem er nicht mehr festhalten würde, hätte er die tatsächlichen Verhältnisse zum Zeitpunkt seines Todes gekannt, berechtigt dies u.U. zur Anfechtung. § 2078 formuliert: "...durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts  eines Umstandes ..". Hier können auch Umstände maßgeblich sein, über die sich der Erblasser überhaupt keine Gedanken gemacht hat, die in der Vorstellungswelt des Erblassers aber ohne nähere Überlegung vollkommen selbstverständlich waren.

Mit der Anfechtung fällt die Erklärung rückwirkend weg. Die Anfechtung kann von den Personen erklärt werden, die bei einer Aufhebung der letztwilligen Verfügung einen Vorteil haben würden. In einem Erbvertrag oder einem gemeinschaftlichen Testament kann ein Erblasser aber auf dieses Anfechtungsrecht verzichten. Da die Anfechtungsfrist nur ein Jahr beträgt und der Nachweis eines solchen Irrtums problematisch ist, ist dringend die schnelle Einholung fachlichen Rates angezeigt. 

Erbrecht Aktuell zum Begriff "Motivirrtum"

5.1.2016

Voraussetzung einer wirksamen Testamentsanfechtung wegen enttäuschter Pflegeerwartung

Das OLG Jena hatte mit Beschluss vom 14.01.2015 – 6 W 76/14 – zu entscheiden, ob ein eingesetzter Erbe – das Patenkind der Erblasserin – durch die ...



30.11.2015

Abgrenzung einer bedingten Erbeinsetzung vom Motiv einer Testamentserrichtung

Ein Erblasser kann die Wirksamkeit seines Testamentes oder eines Erbvertrages bzw. einzelner darin enthaltener letztwilligen Verfügungen von Bedingungen und Befristungen abhängig machen. ...



6.12.2006

Anfechtung der Erbschaftsannahme wegen Irrtums

Die irrige Vorstellung des unter Beschwerungen als Alleinerbe eingesetzten Pflichtteilsberechtigten, er dürfe die Erbschaft nicht ausschlagen, um seinen Anspruch auf den Pflichtteil nicht zu verlieren ...





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