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Gilt eine Bankvollmacht oder Kontovollmacht auch noch nach dem Tod?

Eine vom Verstorbenen erteilte Vollmacht erlischt in der Regel nicht durch seinen Tod (transmortale Vollmacht). Der Bevollmächtigte kann also auch nach dem Tod des Vollmachtgebers über das Vermögen des Verstorbenen verfügen. 

Eine Kontovollmacht über den Tod hinaus kann in vielen Fällen die Beantragung eines Erbscheins ersparen, sofern der Nachlass überwiegend aus Kontoguthaben besteht und Einvernehmen unter den Erben besteht. Wenn aber zwischen den oder dem Erben und dem Bevollmächtigten kein besonderes Vertrauensverhältnis besteht, gilt:

Der Erbe sollte erteilte Kontovollmachten tunlichst widerrufen!

Hat z. B. eine alte Dame ihrem Lebensabschnittsgefährten eine Kontovollmacht erteilt, sind ihre Kinder und Erben gut beraten, sofort die Vollmacht außer Kraft zu setzen. Denn der Lebensabschnittsgefährte könnte ohne Probleme die Gelegenheit nutzen und viel Geld in die eigene Tasche stecken. Das Geld dürfte er zwar nicht behalten, aber bis die Erben vor Gericht das Geld eingeklagt und notfalls vollstreckt haben, könnte es längst verprasst sein – und wo nichts mehr zu holen ist, nützen weder Prozesse noch Rechtsansprüche.
Es ist auch möglich und bei undurchschaubaren Verhältnissen sinnvoll, auf Verdacht sämtliche möglicherweise bestehenden Vollmachten zu widerrufen.

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