Wo bewahre ich mein Testament am besten auf?

Jeder Testator muss Wert darauf legen, dass das Testament nach seinem Tod gefunden und beachtet wird. Auch Manipulationen am Testament zu Lebzeiten, insbesondere dessen Vernichtung durch einen Dritten, müssen ausgeschlossen werden. Insofern sollte sich der Testator um einen sicheren Aufbewahrungsort, gleichzeitig allerdings um die leichte Auffindbarkeit und Ablieferbarkeit kümmern. Wenngleich zum Beispiel die Aufbewahrung in einem Schließfach sicher ist, bedarf es unter Umständen eines großen Aufwandes, über Öffnung eines solchen Schließfach mithilfe des Nachlassgerichts in den Besitz des Testaments zu kommen. Die Aufbewahrung in einem anderen »sicheren« Versteck, zum Beispiel im Umschlag eines Buches, ist nicht zu empfehlen. Denn, wenn die Angehörigen in diesem Umschlag nicht suchen und das Testament nicht finden, kann der letzte Wille nicht beachtet werden. Auf Zufallsfunde sollte man sich hier nicht verlassen. Mündliche und/oder schriftliche Hinweise gegenüber Vertrauenspersonen bezüglich des Aufbewahrungsorts des Testaments sind sinnvoll.
Wer mit seinem Testament Personen enterbt, die gesetzliche Erben wären, sollte dafür sorgen, dass nicht diese das Originaldokument mit der niederschmetternden Botschaft auffinden. Ein unliebsames Stück Papier ist schnell spurlos verschwunden.
Unproblematischer ist es dagegen, den Personen, die von einem Testament profitieren, schon zu Lebzeiten eine Kopie zu übergeben und zu vermerken, wo sich das Original befindet. Allerdings kann natürlich auch in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden, dass diese Personen – vielleicht weil sie sich mehr erhofft hatten – ein Interesse an dem Verschwinden entwickeln könnten.
Während die Aufbewahrung zu Hause immer mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist, geht man mit der Hinterlegung beim Amtsgericht auf Nummer sicher. Die Kosten für diese Dienstleistung hängen vom Nachlasswert ab und sind relativ gering. Auch diese Art der Aufbewahrung hindert an einem späteren Widerruf oder an eine Änderung des Testaments grundsätzlich nichts.

Tipp vom Fachanwalt für Erbrecht: Viele Testamente sind fehlerhaft oder enthalten Bestimmungen, die unklar oder für die Erben ungünstig sind. Gerade in der Formulierung kommt es im Erbrecht auf Feinheiten an. Oftmals werden mögliche Steuervorteile aus Unwissenheit verschenkt. Wer handschriftlich testiert, sollte sich von einem Erbrechtsexperten beraten lassen, bevor die Anordnungen zu Papier gebracht werden.


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