7.12.2012

Gläubiger aufgepasst: richtig gegen Miterben vollstrecken

Den Erbanteil eines Schuldners kann man pfänden und verwerten. Das ist vielen Gläubigern unbekannt. Jedoch hat diese Pfändung besondere Voraussetzungen, wie das OLG Düsseldorf (Beschluss vom 12.11.2012 – I-3 Wx 244/12) jüngst entschied:

Soll die Pfändung des Miterbanteils im Grundbuch zu Lasten der Nachlassimmobilie zur Absicherung des Gläubigers eingetragen werden, muss dies gesondert beantragt und ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss mit Zustellnachweis an die Miterben vorgelegt werden. Dazu muss der Pfändungsbeschluss alle Miterben als Drittschuldner bezeichnen. Andernfalls verweigert das Grundbuchamt die Eintragung.

Das OLG Düsseldorf führt aus, dass diese Pfändung des Erbteils auch die Ansprüche des Schuldners auf die weitere Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft und hinsichtlich des künftigen Auseinandersetzungsguthabens umfasst. Der Pfändungsbeschluss muss allen Miterben als Drittschuldner formell zugestellt werden. Die Pfändung des Ebanteils hat zur Folge, dass der Miterbe in seiner Verfügungsmacht beschränkt ist, was im Grundbuch zu Gunsten des Gläubigers eingetragen wird.

Praxishinweis:

Die Pfändung eines Miterbanteils (s. Roth, NJW-Spezial 2010, 487) ist wesentlich komplizierter als eine Forderungspfändung. Vor allem die Benennung des Drittschuldners ist schwierig. Bei angeordneter Testamentsvollstreckung oder Nachlasspflegschaft ist dieser als Drittschuldner anzugeben.



Erstellt von: Wolfgang Roth - Fachanwalt für Erbrecht, Obrigheim

← zurück

Sie brauchen erbrechtlichen Rat?

Fachanwälte für ErbrechtHier finden Sie unsere Fachanwälte für Erbrecht in Ihrer Nähe.

Wissenswertes

Was heißt eigentlich ...

Vertrag zugunsten Dritter auf den Todesfall?

Erbrecht-App

Laden Sie hier unsere kostenlose Erbrecht-App
Erbrecht App
Bleiben Sie mit uns in Kontakt. Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie sind immer auf dem neuesten Stand.

→ Zur Newsletteranmeldung

Oder besuchen Sie uns bei

NDEEX bei twitter