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Ersatzerbe

Ersatzerbe ist eine Person, die der Erblasser in seiner Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) für den Fall (ersatzweise) eingesetzt hat, dass der eingesetzte Erbe vor oder nach dem Erbfall (z.B. durch Vorversterben oder Ausschlagung) weggefallen ist (§ 2096 BGB).

Der Erblasser kann auch mehrere neben- oder nacheinander Ersatzerben berufen.

Die Ersatzerbfolge muss ausdrücklich angeordnet sein oder sich zumindest aus der Auslegung des Testaments ergeben.
Hat allerdings der Erblasser einen seiner Abkömmlinge bedacht und fällt dieser nach Errichtung der Verfügung von Todes wegen weg, dann ist nach der Auslegungsregel des § 2069 BGB "im Zweifel" anzunehmen, dass dessen Abkömmlinge - also die Enkel des Erblassers - als Ersatzerben an seine Stelle treten.

Beispiel Ersatzerbfolge:

Der Erblasser hatte einen Sohn S und eine Tochter T. Der Sohn selbst hat eine Tochter, TS, die Tochter einen Sohn, ST.
In seinem Testament hat der Erblasser verfügt:

"Hiermit setze ich meinen Sohn S zu meinem Alleinerben ein, ersatzweise den Sohn meiner Tochter ST."

Fällt der S nach Testamentserrichtung vor oder nach dem Erbfall weg, dann ist ST als Ersatzerbe (an Stelle des S) berufen.
Zugunsten TS greift die Auslegungsregel des § 2069 BGB nicht, da der Wille des Erblassers nicht zweifelhaft ist, soweit er ja ausdrücklich geregelt hat, dass ST Erbe werden soll, falls S nicht Erbe wird.

Erbrecht Aktuell zum Begriff "Ersatzerbe"

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